Oftmals entwickeln sich Schimmelpilze im Verborgenen. Ein
modriger, muffiger Geruch oder erste dunkle Flecken an Wänden, Decken oder
Mobiliar weisen auf das bestehende Problem hin. Bei Verdacht auf Vorliegen
eines verdeckten Schimmelpilzbefalls müssen die betroffenen Räume genauer
untersucht werden. Falls erforderlich, müssen Hohlräume hinter
Verschalungen, Decken oder Wänden freigelegt werden, um an die
Schimmelpilzquelle zu gelangen. Zunehmend werden speziell ausgebildete
Schimmelspürhunde eingesetzt, um verborgene Schimmelpilzkontaminationen zu
erkennen oder besser „zu erschnüffeln“. Denn fast alle Schimmelpilze geben
flüchtige organische Stoffe an die Raumluft ab, die ein speziell trainierter
Hund riechen kann. Beim Einsatz von Schimmelpilzspürhunden ist zu bedenken,
dass der Hund zwar einen verdeckten Schimmelbefall markiert, dies aber noch
keinerlei Aussage über das tatsächliche Ausmaß der Schimmelpilzbelastung und
über eine eventuelle gesundheitliche Gefährdung für die Bewohner zulässt.
Eine andere Methode ist, über die Messung bestimmter, von
Schimmelpilzen in die Raumluft abgegebener flüchtiger Stoffwechselsubstanzen
einen verdeckten Schimmelpilzschaden zu ermitteln. Diese so genannten
„MVOC“-Messungen sind allerdings hinsichtlich Aussagefähigkeit der
Ergebnisse umstritten. So ist nicht immer eindeutig, ob die gemessenen
flüchtigen organischen Verbindungen wirklich alle mikrobiellen Ursprungs
sind. Der Nachweis erhöhter MVOC-Konzentrationen in der Raumluft sagt zudem
nichts über das Gesundheitsrisiko für die Bewohner aus; ebenso wenig sollte
aus der Messung eine Sanierungsentscheidung abgeleitet werden.
Eindeutiger ist der Sachverhalt bei oberflächlich bereits
mit bloßem Auge erkennbarem Schimmelpilzbefall (zum Beispiel hinter
Schränken, in Wandnischen etc.). Bei größerem Befall (bei mehr als ca. 20-50
cm² betroffener Fläche muss nicht erst aufwändig analysiert werden, wie hoch
die Schimmelpilzbelastung in der Wohnung ist und welche Schimmelpilzarten im
Einzelfall vorliegen. Es muss sogleich gehandelt werden. Werden
Schimmelpilzquellen entdeckt, muss den Ursachen für den Schimmelpilzbefall
nachgegangen werden. Erst danach sollte der befallene Bereich sachgerecht
saniert werden, wobei in jedem Fall die Ursachen bekämpft werden müssen.
Zunächst ist also zu klären, ob eine Schimmelpilzquelle vorhanden ist und
welche Ursachen diese ggf. hat (bauliche Mängel, Fehlverhalten der Nutzer
etc.).
Eine solche Untersuchung setzt einen hohen Sachverstand
voraus und sollte durch eine dafür ausgewiesene Fachkraft durchgeführt
werden. Eine einfache schematische Herangehensweise ist höchst
problematisch. Es ist jeweils der konkrete Einzelfall unter Hinzuziehung
aller vorhandenen Informationen zu beurteilen. Vor Durchführung aufwändiger
mikrobiologischer Untersuchungen sollte zunächst eine Ortsbegehung
stattfinden. Bei dieser Ortsbegehung sollten die möglichen Ursachen für eine
Schimmelpilzbelastung geklärt und in einem Begehungsprotokoll festgehalten
werden. Außerdem sollte durch die Begehung abgeklärt werden, ob eine oder
mehrere Quellen für Schimmelpilze in Innenräumen vorliegen. Über eine
Analyse der Raumluft, des Haustaubs und/oder von befallenen Materialien kann
das genaue Ausmaß des Schadens und das gesundheitliche Risiko eingeschätzt
werden. Die Analysen sollten nur durch sachkundige Labors vorgenommen
werden, da falsches Vorgehen bei den Messungen und Fehlinterpretationen der
Ergebnisse sonst nicht auszuschließen sind.