Schimmelpilze sind ein
natürlicher Teil unserer belebten Umwelt. Ihre Sporen sind fast überall zu
finden, also auch in Innenräumen. Sie sind normalerweise harmlos. Übersteigt
allerdings die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Maß, kann es zu
gesundheitlichen Problemen für die Bewohner kommen. Schimmelpilze benötigen
zum Wachsen viel Feuchtigkeit. Ursachen erhöhter Feuchte innerhalb von
Gebäuden können zum Beispiel sein:
a) direkter Eintrag von
Feuchtigkeit zum Beispiel über:
defekte Dächer
(insbesondere Flachdächer), Dachrinnen und Fallrohre; Risse im Mauerwerk; ungenügendes
Austrocknen nach Baumaßnahmen; Wassereintritt infolge
Rohrbrüchen, Überschwemmungskatastrophen etc.
b) unzureichende Abfuhr
erhöhter Raumluftfeuchte durch: unsachgemäßes Heizen
und Lüften, insbesondere in „luftdichten“ Gebäuden. Kondensation
(Tauwasserbildung) von Luftfeuchte im Bereich von „kalten“ Wänden, die wegen
unzureichender Wärmedämmung in manchen Altbauten ein Problem
darstellen. Baufehler wie Wärmebrücken führen ebenfalls in Neu- und
Altbauten zur Wasserdampfkondensation entlang der
Bauschadensbereiche.
Die Aufstellung zeigt,
dass neben baulichen und bauphysikalischen Mängeln, auch die Bewohnerinnen
und Bewohner zu erhöhter Feuchte im Gebäude beitragen.
Unsachgemäßes Lüften in
Verbindung mit Tätigkeiten, bei denen viel Feuchtigkeit entsteht
(Duschen, Kochen, Wäschetrocknen, Betrieb großer Aquarien etc.), kann die
Feuchtigkeit im Gebäude über das erträgliche Maß hinaus erhöhen. Dies wird vor
allem dann ein Problem, wenn die Gebäude aus Energiespargründen aufwändig abgedichtet
wurde

Jeder kann die
Feuchtigkeit in seiner Wohnung selbst prüfen. Bereits einfache Feuchtigkeitsmessgeräte
(Hygrometer) geben eine Orientierung über die relative Luftfeuchtigkeit im
Raum. Sie sollte auf Dauer 65-70 % in der Raumluft und unmittelbar entlang von
Wandoberflächen 80 % nicht überschreiten, um die Gefahr von
Schimmelpilzwachstum zu verringern.
Durch erhöhte
Dichtigkeit der Fenster etc. bei aufwändig sanierten Gebäuden wird der natürliche
Luftaustausch mit der Umgebungsluft reduziert. Die im Gebäude entstehende
Feuchtigkeit muss dann durch verstärktes Lüften abtransportiert werden. Erst am Anfang
steht in diesem Zusammenhang der Einbau mechanischer
Belüftungssysteme, also technischer Anlagen, die fortwährend einen genügenden
Luftaustausch gewährleisten sollen, ohne dass während der Heizperiode dabei
vermehrt Heizenergie durch Lüften verloren geht.